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brandfilme  
Susanne Fasbender  
Corneliusstr. 18   
D-40215 Düsseldorf  
Brand1-01
Die Künstlerin Susanne Fasbender bereiste das Rheinische Braunkohlenrevier und schuf ein mehrteiliges umfassendes Filmwerk, in dem sie die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau, Landnahme, Wirtschaftswachstum und Klimakrise auf beeindruckende Weise analytisch zu fassen weiss.

"Ein Film, der mit analytischen Mitteln den „Kern der ökologischen Krise“ namhaft macht, mit klug eingesetzten filmischen Mitteln die naturalen, sozialen und emotionalen Wirkungen dieser menschengemachten Katastrophe aufspürt und schließlich mit künstlerischen Mitteln das Ausmaß des unwiederbringlich Verlorenen vergegenwärtigt." Dr. Frauke Tomczak

"Die Trilogie BRAND ist ein wertvoller, umfassender Beitrag zur Umweltkrise. Soziale und ökologische Probleme produktiv zu verarbeiten und ihrem Verständnis durch systematische Strukturierung gerecht zu werden, um Wissensgrundlagen für mehr demokratische Partizipation zu vermitteln, dabei aber nicht auf ihre künstlerische Herkunft zu verzichten, bedarf einer Muße und einer Zeit, die sich die Autorin und Regisseurin dieses Filmwerks genommen hat."
Prof. Dr. Sabine Rollberg, ehem. Chefredakteurin ARTE



BRAND III Widerstand im reichen Land
120 min

Im November 2012 beendete ein Aktivist mit einer aufwändigen Tunnel-verschanzung im Hambacher Forst die Stille um die seit 1972 betriebene Abholzung dieses ehemals gigantischen Waldgebietes im Städtedreieck, Köln, Düsseldorf und Aachen. Weit über die lokalen Grenzen hinaus wurde dadurch die Rodung der uralten Hambacher Wälder durch den Energiekonzern RWE bekannt. Heute stehen nur noch 10% dieses Waldes. AktivistInnen verschiedener Gruppen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das Rheinische Braunkohlenrevier zu einem Kristallisationspunkt für den Kampf gegen Kohleverstromung zu machen. 5 Jahre später waren im Sommer und Herbst 2017 zusammen über 10000 Menschen an Protestaktionen rund um die Tagebaue beteiligt.

Susanne Fasbender blickt In BRAND III zurück auf erste Klimacamps im Rheinland, besuchte engagierte BürgerInnen gegen Gesundheitsschäden durch Braunkohleverstromung und erzählt die Geschichte der Waldbesetzung im Hambacher Forst. Sie hat in Kooperation mit dem Hambacher Forst Filmkollektiv über mehrere Jahre einige der vielen Ereignisse des Widerstandes begleitet, um diese individuellen Grenzüberschreitungen nicht nur zu dokumentieren, sondern ihnen einen Raum zu geben, in dem dahinter liegende Konzepte erklärt werden und persönliche Gedanken zu Wort kommen. AktivistInnen sprechen von Taktiken und Motivation, von ihren Erfahrungen damit, im Wald zu leben und sich gleichzeitig mit ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft einer antiökologischen Aufstandsbekämpfung mit unsicherem Ausgang auszusetzen.






Eine Reise im Rheinischen Braunkohlenrevier und eine Denkreise zum Kern der ökologischen Krise.
Eine Film-Trilogie über Fossiles Wirtschaften, Braun-kohle, Klimapolitik und den Widerstand im Rheinischen Revier.
Von Susanne Fasbender in Kooperation mit dem Hambacher Forst Filmkollektiv

Jeder der drei Filme ist eigenständig. In der Trilogie ergeben sie ein neues Ganzes und vertiefen sich gegenseitig.


BRAND
english

BRAND II
Gegenwart der Dörfer und Bepreisung von Natur  
105 min

Der jahrzehntelange, alles beherrschende Zugriff auf das Land hat die Atmosphäre in der Region zutiefst geprägt. Alles scheint verletzt oder ist in tragischer Erwartung. Die kommende Zerstörung des noch ruhig da Liegenden ist auch in den noch bewohnten Orten allgegenwärtig. Die schon unbewohnten Dörfer sind von Menschen verwaist, während die Vögel den Wildwuchs ihrer Gärten und Parks mit ihrem Gesang begleiten. Die ungezählten uralten hohen Bäume, die die alten Orte bekleiden, werden, wenn es losgeht, als erstes beseitigt.

BRAND II erzählt von der Zerstörung einer jahrhundertealten Kulturlandschaft für den Braunkohleabbau im Rheinland bis ins Jahr 2027 hinein. "Der Film macht die Tiefe dieses existentiellen Einschnitts begreifbar, den nicht nur die erzwungene Umsiedlung, sondern das Wissen um die restlose Vernichtung dessen, was das Wort „Zuhause“ mit all seinen bis in die Sprache, bis in die Tradition der Gewerke und einige jahrhunderte alte Familien-geschichten besser trifft, als der hoch aufgeladene und politisch leider missbrauchte Begriff „Heimat." aus Texte zum Film  von Dr. Frauke Tomczak, Literatur- und Filmwissenschaftlerin, Autorin und Dozentin. (s. Broschüre)

Ein Gespräch über das gesellschaftliches Naturverhältnis, das Kyotoprotokoll und den Begriff der „imperialen Lebensweise“  wird weitergeführt und eingewoben in die Bilder dieses Landes.
BRAND I_PLAKAT
BRAND I Vom Eigentum an Land und Wäldern
113 min

„Aber da müssen wir 'ran. Da lügen wir uns glaube ich was in die Tasche, wenn wir glauben, dass wir schnelle Lösungen, einfache Lösungen, die keinem weh tun, und die wir alle ohne Widerstand unterschreiben können, hinkriegen. Weil es geht um Privilegien, die wir uns über 500 Jahre angeeignet und an die wir uns gewöhnt haben. Und die werden wir nicht einfach aufgeben wollen. Deshalb tun wir uns im alten Europa auch sehr viel schwerer mit der Debatte um Alternativen und damit, den Mut zu haben, einfach mal zu denken und uns zu erlauben, diese Diskussion, wie wir uns gutes Leben in Zukunft vorstellen, mal zu haben." Zitat Jutta Kill in BRAND I. Sie ist Biologin und hat zahlreiche Klimaschutzprojekte untersucht.

"Die Künstlerin Susanne Fasbender bereiste das Rheinische Braunkohlenrevier und schuf ein umfassendes Filmwerk, in dem sie die Zusam-menhänge zwischen Rohstoffabbau, Landnahme, Wirtschaftswachstum und Klimakrise auf beein-druckende Weise analytisch zu fassen weiss. Sie versteht es, ihren subjektiven, unter dem Eindruck der drohenden Klimaentwicklungen durchaus emotionalen Blick künstlerisch mit einer Filmsprache zu vereinen, die den Film grundlegend unaufgeregt durchzieht. Der Zuschauer bekommt Gelegenheit, in die lokalen Gegebenheiten einzutauchen und dabei gleichzeitig den für industrielles Wachstum und ökologische Zerstörung exemplarischen Charakter nachzuvoll-ziehen, da die Geschehnisse durchgehend von strukturell analytischen Interviews begleitet werden. Der Film lädt das Publikum geradezu dazu ein, sich aktiv an einem für die Zukunft von Mensch und Natur unerläßlichen zivilgesellschaftlichen Diskurs zu beteiligen.

BRANDII-PlakatBRANDIII-Plakat
Sie arbeitet den globalen Nord-Süd-Zusammenhang in der Umweltkrise heraus und fordert einen notwendigen gesellschaftlichen Diskurs über die kaum beachtete Frage nach der Finanzialisierung der Natur in Form des Emissionshandels ein, die das Erreichen ehrgeiziger Wachstumsziele mit der Reduktion klimaschädlicher Gase vereinbar machen soll." (S. Rollberg, s.o.)
Dass sich die Dinge nach 23 Klimakonferenzen nicht bessern, läßt ahnen, dass das Problem durch das oft Beklagte: „Sie reden viel, aber tun nichts“ kaum berührt wird. Im Gegenteil: Es wird viel mehr getan und gesetzlich festgeschrieben, als wir im allgemeinen Klimadiskurs realisieren, werden unter dem Leitbegriff  "Besseres Wachstum, besseres Klima" doch vor allem bestimmte Interessen gewahrt. Spätestens wenn wir erkennen, dass auch der in der Wirtschaft verankerte internationale Klimaschutz denselben Gesetzmäßigkeiten von Landnahme und Kapitalverwertung folgt, ist erkennbar, dass ein tiefer gehendes Verständnis der Zusammenhänge notwendig wird.

"Haben sie aufgehört nach Öl zu suchen? Nein. Haben sie aufgehört Rohstoffe in unberührten Naturgebieten zu fördern? Nein. Haben sie aufgehört Schieferöl zu gewinnen? Nein. Haben sie Fracking gestoppt? Nein. Sollten wir also irgendwas von der COP in Paris erwarten, das die Situation verändern wird? Nein. Weil niemand bereit ist sich mit der fossilen Energiewirtschaft anzulegen. Nein – weil, um wirklich ernsthaft etwas zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu bewirken ist es absolut essenziell, die Gesellschaft und die gesamte Wirtschaft neu zu strukturieren. Also entweder machen wir das Problem lächerlich und ignorieren es, oder wir nehmen es wirklich ernst."
Zitat Prof. Dr. Clive L. Spash in BRAND I. Er ist Herausgeber des internationalen Wissenschaftsjournals Environmental Values und des 2017 erschienenen Routledge Handbook of Ecological Economics, Nature and Society. Er lehrt Public Policy and Governance an der WU in Wien.

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